Kein Mensch ist perfekt! Das kann wohl jeder unterschreiben. Doch gerade Menschen mit Behinderung machen oft die Erfahrung, dass sie wegen mangelnder Perfektion ausgegrenzt werden. Politisch aktive Vertreter der Behindertenbewegung bringen das so auf den Punkt: Behindert ist man nicht, behindert wird man. Für sie ist die größte Behinderung die Gesellschaft, die sich noch nicht an den Alltag mit behinderten Menschen gewöhnt hat.Â
Wer wie ich eine Behinderung hat, ist ein Exot. Er bekommt ständig neugierige Fragen zu seiner Einschränkung gestellt. Jeder andere, der nur temporär krank ist, würde sich das verbitten. Meist hoffe ich vergebens, dass die Antwort das gegenseitige Verständnis verbessert.
Schluss mit der Bevormundung!
Außerdem besteht die Tendenz, dass wir im Alltag bevormundet werden. Nichtbehinderte scheinen zu wissen, was für den Eingeschränkten gut ist. Diese Haltung begegnet uns nicht nur ab und an, sondern sie ist Teil des Alltags. Mich wundert es nicht, dass einige behinderte Menschen politisch radikal werden. Sie haben es satt, immer nur lieb und geduldig zu sein. Denn wir wollen nicht reduziert werden. Wir sind nicht nur behindert, wir sind vor allem Mensch. Mensch wie du und ich, um es mal so zu sagen. Deshalb wollen wir doch nur behandelt werden wie jeder andere Mensch auch.
Von Anfang an dabei sein

Um das Exotendasein zu beenden, müssten Menschen mit Behinderung von Anfang an ganz normal zur Gesellschaft gehören. Viele verlangen daher die Abschaffung von Sonderschulen und Sonderkindergärten. Eine gute Idee, die aber nur dann greift, wenn die Regelschulen entsprechend sachlich und personell gut ausgerüstet werden. Erst dann entstehen gleichberechtigte Bildungschancen.
Wenn Menschen mit Behinderung von Anfang an zur Gesellschaft gehören, wenn man ihre Fähigkeiten und Einschränkungen kennt, dann ist der Umgang mit ihnen vielleicht auch einfacher. Das Unbehagen, das man beim Anblick eines Blinden oder eines Rollstuhlfahrers fühlt, ist vermutlich geringer, wenn man schon einen Blinden oder einen Rollstuhlfahrer in der Klasse hatte und ihn zum Kindergeburtstag einlud.
Jeder kann sich entfalten
Natürlich bleibt die Behinderung eine Beeinträchtigung, mit der es sich manchmal nur mühsam leben lässt. Aber wer wegen eines verstauchten Knöchels auf eine Kletterpartie verzichten muss, kann doch auch im Auto den Berg hoch fahren. Das mag nicht dasselbe sein, ist aber eine akzeptable Lösung. Ähnlich geht es behinderten Menschen, denn unsere Hilfsmittel sind gut und machen einen Großteil der Einschränkungen wett. Natürlich nicht alle, aber viele. Während wir körperliche Handicaps ausgleichen können, lässt sich die Missachtung durch andere Menschen allerdings kaum ignorieren. Deshalb wäre für uns vieles einfacher, wenn das gesellschaftliche Umfeld stimmen würde. Denn auch wir können und wollen uns entfalten. Das geht am besten, wenn uns unsere Umwelt ernst nimmt.
Jens Bertrams betreibt das Weblog Mein Wa(h)renhaus. Darin kommentiert der blinde Journalist politische und aktuelle gesellschaftliche Themen. Dort liefert er auch eine ausführliche Analyse der Frage „Sind wir behindert oder werden wir behindert?“ Zu hören ist Jens Bertrams bei www.ohrfunk.de, „dem Radio, das Brücken baut“.



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Guten Tag,
Ich finde es jedesmal schrecklich zu lesen, wie Menschen mit Behinderung deskreminiert werden.
Ich selber arbeite im Familienentlastenden Dienst der Caritas. Dort entlaste ich Familien, die Kinder mit Behinderungen haben, indem ich mit ihnen etwas unternehme. Jedesmal versuche ich mit ihnen einen ganz normalen Tag zu verbringen. Gehe mit ihnen in den Freizeitpark, in die Stadt, ins Kino, Schwimmbad oder einfach in die Cafeteria um die Ecke. Aber immer werden sie behindert. Soviel zu dem Satz “Behindert ist man nicht, behindert wird man”…..
Im Kino wird man direkt dumm angesprochen, wenn mal etwas mehr gelacht wird, als es die *normalen* Kindern tun. Andere regen sich auf, weil das Kind im Schwimmbad etwas Speichel im Wasser verliert. Hunderte entsetze Gesichter in der Stadt bishin zu wirklich bösen Sätzen.
Meine zu betreuenden Kinder und ich durften uns schon wirklich alles anhören!
Ja selbst im 21 Jahrhundert haben die Menschen noch nicht viel dazu gelernt. Leider!
Ich sende allen Menschen meine Kraft zu und hoffe für sie, dass sie ein Leben führen können, indem sie nicht behindert werden!
Hallo zusammen!
Ich bin Legasthenikerin und befinde mich der Zeit in einer Ausbildung .Als auch Mutter eines ebenso-laut Schulsystem hochgradig schwachsinnigen..und dem System sich nicht erklärbaren- Kindes welches ich überalles liebe und als mein Engel dankbar jedentag in die Augen schaue.
Ich weiß nicht ob ich bei den Anderen als behindert gelte,aber ich weiß das mich die Anderen unheimlich behindern und ich inzwischen soviel Verständniss für die Anderen entwickelt habe das ich Ihnen sehr dankba dafür bin. Wenn mir in meinen behinderten Denkweisen etwas Normal erscheint dann ist es die Behinderung.
Ich wünsche uns allen Kraft und Gutes , Mut und den Anbruch anderer Zeiten.
Mit lieben Gruß
Bericht des Darmstädter Echo´s vom 11.06.2011
Behinderte dürfen im Freizeitpark nicht mitfahren
Streitfall: 114 Kinder der Gustav-Heinemann-Schule in Dieburg fühlen sich beim Ausflug im Holiday Park diskriminiert
DIEBURG/HASSLOCH.
Ein Ausflug von 114 Schülern der Gustav-Heinemann-Schule in Dieburg mit ihren Lehrern zum Holiday Park in Haßloch endete im Frust. Die körperlich und geistig Behinderten durften etliche Fahrangebote nicht benutzen.
„Aufregung und Vorfreude waren riesig. Leider endete der Ausflug für die meisten Schüler in einer großen Enttäuschung, für manche gar im Schock“, sagt Lehrerin Ingrid Hornung. „Für die Mehrzahl unserer Schüler sind – wie für alle Kinder – Achterbahnen, Freefall-Tower, Expedition GeForce, Lighthouse Tower und ähnliche Angebote die Hauptattraktion. Seit 15 Jahren sind wir regelmäßige Besucher, und die Schüler konnten in die Benutzung dieser Bahnen hineinwachsen.“ Für manche Kinder seien dies besondere Erlebnisse, da aufgrund einer reduzierten sensorischen Wahrnehmung das Erleben des eigenen Körpers im Alltag eher reduziert ist.
Doch den Behinderten wurde die Benutzung etlicher Hauptattraktionen verboten. „Das Personal war dazu angehalten, alle Behinderten auszusondern. Es kam zu einer Gesichtskontrolle“, schildert die empörte Lehrerin. „Jeder, der anders aussah, durfte die Bahn nicht benutzen. In einer Zeit, da die größere Teilhabe von Menschen mit Einschränkung angestrebt wird, sei ein solches Aussortieren eine Diskriminierung, empören sich die Lehrer. Sie hatten sich für die Sicherheit der Schüler verbürgt.
Der Betreiber des Vergnüngungsparks wies die Kritik zurück: „Wenn wir Behinderte mitfahren lassen, und es passiert etwas, werden wir zur Rechenschaft gezogen.“
Ich glaube auch, dass man nicht behindert ist, sondern behindert wird- nämlich von Menschen, die ein genaues Bild vom “normalen Menschen” haben- aber mit welchem Recht? Wie kann denn ein Mensch behaupten ein anderer sei unnormal, nur weil er anders ist, als er selbst? Wenn man einmal ein bisschen länger darüber nachdenkt merkt man, wie grotesk das ist, denn jeder Mensch ist anders als man selbst, damit ist jeder Mensch unnormal. Wir müssen “unnormal” einfach durch “einzigartig” ersetzen. Ein wunderschöner Spruch heißt: Einzigartig ist etwas, das wertvoll ist und das nie ersetzt werden kann und ist das Wort, das jeden Menschen am Besten beschreibt. Ich glaube wir alle würden unendlich viel gewinnen, wenn wir uns annehmen und lieben lernen, wie wir sind, wenn wir uns nicht behindern sondern Schranken brechen.
Man darf nicht das sehen, was man nicht kann,
sondern sich an dem Freuen was man alles kann!
Diesen Satz hat mir ein Priester gesagt, als ich einmal nicht mehr gehen konnte und mein Leben traurig und ausweglos schien. Jetzt 3 Jahre später sehe ich es so und freue mich über alles was ich kann und vergesse dabei, was ich vielleicht nicht kann oder wohin ich nicht kann. Mein Leben hat durch die Behinderung viel mehr Wertigkeit bekommen und ich sehe viele Probleme ganz anderst. Mein Leben ist durch viele Menschen, die mir wie Engel begegnen sehr reich geworden und ich kann mich an diesen Freunden freuen. Natürlich sind die Freunde weniger geworden, aber die, die ich jetzt habe bereichern das Leben von mir und meiner Familie. Ich bin auch sehr stolz, dass meine Familie trotz allem so zu mir steht und mich als ganzen Menschen sieht. Die Menschen, die einen ausgrenzen die lasse ich einfach und versuche anderen Menschen mit Behinderung Mut zu machen und ihnen Freude zu schenken. So hat mein Leben durch die Behinderung eine ganz neue tiefe Erfahrung gemacht und ich bin glücklich zu leben und meine Arbeit leisten zu können. Ich freue mich jeden Tag und genieße die Zeit, die Natur, meine Kinder, meinen Mann, das Essen und alles was uns unser Herrgott schenkt denn ich habe gelernt dass das Leben trotzdem sehr schön sein kann.
Ich finde das stimmt was hier geschreiben wird… es gibt finde ich kaum menschen die sich für ihre behinderten mittmenschen interessieren und das ist traurig finde ich … das sind auch nur menschen wie wir alle … aber das begreifen nur wenige
Wir Eltern merken immer häufiger, dass Druck und Restriktionen ohne Rücksicht auf die Familien mit behinderten Kindern von allen Seiten kommen.
Wir Eltern merken immer häufiger, dass viele Ämter ihre gesetzlich verankerte Auskunftspflicht durch behördliche Fallstricke ersetzen.
Wir Eltern merken immer häufiger, dass unsere Verfassung nicht beachtet wird und damit auf Kosten unserer behinderten Töchter und Söhne gespart wird – siehe Abzweigung des Kindergeldes (Zweckentfremdung zweier Gerichtsurteile) und die neue Regelbedarfsstufe 3 (Missachtung eines BSG-Urteiles).
Wir Eltern merken immer häufiger, dass Menschen mit hohem Hilfe- und Betreuungsbedarf immer weiter ins Abseits gedrängt werden.
oder so gar von behörden in heime vebracht werden
jugendämter wo sie dan nicht mehr raus kommen
wen auch sie das 18 lebens jahr vollendet haben
warumm für immer eingespert sein
wen noch an der gesselschaft teilhaben kann
bei geistigen “behinderungen” kann es auch vorkommen, dass die mütter beleidigt werden, sie würden ihr kind nicht richtig erziehen. ich verstehe nicht, warum menschen es sich herausnehmen, so zu urteilen, obwohl sie nur einen kleine teil kennen. ich selnst ärgere mich auch oft über das verhalten von mitmenschen (viele stinken furchtbar nach parfum sodass es richtig wehtut) aber da ich nicht weiß warum sie dieses mir fremd und unangenehme verhalten zeigen will ich sie nicht verurteilen, weil meine abneigung womöglich ebensoviel wert ist wie ihr grund.
das leben ist halt kompliziert. genauso wie menschen.
Ja die Gesellschaft sagt was behindert ist und was nicht, darum wollte ich nie den Behindertenausweis haben, weil man mir meine Behinderung nicht ansieht aber jetzt muss ich vielleicht für diese Entscheidung, den Preis zahlen, es könnte passieren das ich meinen Traumjob an einem Menschen mit Ausweis verliere, darum gebe ich recht, Schluss mit der Bevormundung!, von Menschen mit Ausweis. Sie sollte weiter bereut werden, bei einen Bewerbungsprozess, damit die Vorurteile ihnen nicht schaden aber sie sollten nicht mit Voraussetzungen zu einem Gespräch eingeladen werden müssen, für die ein nicht Behinderte, nie eine Einladung bekommen würde, mit der Erklärung, sie sollen eine Chans haben, der AG im persönlichem Gesprächs zu überzeugen, haben.
UND das ist für mich Bevormundung.
Richtig!!! Selbstbestimmtes Leben Fehlanzeige! Die Gesellschaft wird in Zukunft auf Menschen angewiesen sein, die anders und einzigartig sind!!! Lebenskompetenzen lernt man aus sich heraus und nicht in der Schule.
Ich bin auch vor 46.Jahren mit einer ” Behinderung” (offener Rücken ) geboren ! Auch ich wehre mich seit ich denken kann gegen diesen Ausweis , denn ich brauche es nicht noch schriftlich anders zu sein :-(( !! Mir wurden schon immer ein Knüppel nach dem anderen zwischen die Beine geworfen ! Sonderschule , Probleme beim Job finden und Kinder besser keine bekommen !!! Aber ich habe alles geschafft Hauptschulabschluss , Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin die ich mir selbst suchen musste abgesvchlossen und was mein größter Wunsch 2 .Kinder ! Ich glaube ich hab es ALLEN gezeigt was möglich ist trotz BEHINDERUNG !
Hallo, ich bin Förderschullehrerin und während meinem Studium fiel mir zu der Frage
“Was ist Behinderung?” folgender Spruch ein:
Behinderung ist das, was die Gesellschaft daraus macht.
So empfinde ich es nach wie vor.
Auch ich bin für Integration, zumal ich selbst einen behinderten Sohn habe. Dennoch beunruhigt es mich zutiefst zu sehen, wie “Integration” derzeit an einigen Orten umgesetzt wird – nämlich von oben und mit der Brechstange, zum Nachteil beeinträchtigter Personen. Von Integration kann da wohl keine Rede mehr sein, denn das, was im Text gefordert wird, (Regelschulen entsprechend sachlich und personell gut auszurüsten) ist vielerorts keinesfalls gegeben.
ich stimme für eine intrigaration voll zu den nur so kann gelernt werden habe es selbstso gesehen
Hallo Hartmut,
ich muß, leider, Ihrem Komentar wiedersprechen. Es gibt durchaus Behinderungen von Geburt aus. Wir haben seit fast 8 Jahren eine geistig behinderte Pflegetochter. Michaelas leibliche Mutter hat in der Schwangerschaft über die Maßen getrunken. Die Folge: Sie kam 7 Wo. zu früh und mit der geistigen Behinderung (Alkoholembriopatie) auf die Welt. Michaela ist mit 3 1/2 Jahren zu uns gekommen und heute 11 Jahre. Am meisten verletzt mich der Vergleich: Behindert = Doof bzw. Dumm, da MUSS angesetzt werden. Anders ist normal, das ist auch unser Motto.
Alles Gute, Barbara
Es stimmt ganz genau. Man ist nicht von Geburt aus behindert, sondern man bekommt die Behinderung durch eine Krankheit. So war es bei mir. Aber ich selbst kann sehr gut mit meiner Behinderung leben und habe sogar, in der Pflege eines Alteheimes, in Lübeck, gearbeitet.
Natürlich, im Alter merkt man jetzt schon, dass die Behinderung da ist und sie zunehmend auch Schwierigkeiten bereitet. Aber dieses ist alles nur relativ.
Meine Botschaft ist, dass man sich von einer Behinderung nicht unterkriegen lassen soll.
Schade ist nur, dass manche Menschen uns Behinderten reserviert gegenüber stehen.
Dieses gilt leider auch für Vertreter der Parteien in Deutschland. Aber anders ist normal.