Kathrin Lemler hat aufgrund ihrer schweren Behinderung keine Kontrolle über ihre Muskeln – doch ihr Leben hat die 25-Jährige im Griff. Sie lebt in einem Studentenheim in Köln und studiert Erziehungswissenschaften an der Universität. Ihre Bewegungen sind spastisch, reden kann sie nicht. Und doch hat die junge Frau viel zu erzählen. Dazu benutzt sie ihre Pupillen, mit denen sie einen Sprachcomputer steuert.Â
Alfred Hovestädt lernte Kathrin Lemler als zehnjähriges Mädchen kennen. Gemeinsam veröffentlichten sie das Kinderbuch „Kathrin spricht mit den Augen“. 15 Jahre später treffen sich die beiden wieder. Dabei entsteht dieses Interview für die Zeitschrift Sozialcourage.Â
Wie hat dieses Buch Dein Leben geprägt?Zunächst einmal konnte ich dadurch meine Behinderung verarbeiten. Beim Schreiben wurde ich damit konfrontiert. Ich denke, deshalb kann ich heute so offen über mich reden und bin so selbstbewusst. Das Buch hat mir den Mut gegeben. Weiterhin hat es mir einige Türen geöffnet.Â

So präsentiert sich Kathrin Lemler auf ihrer Website.
Häufig werde ich von fremden Leuten unterschätzt. Sobald solche Leute das Buch gelesen haben, ändert sich das schlagartig. Das Buch bringt also Menschen dazu, mich ernst zu nehmen und ein zweites Mal hinzusehen. Aufgrund des Buches kennen mich auch viele Leute, die beruflich etwas mit Unterstützter Kommunikation zu tun haben. Einige Male haben mich die Veranstalter von Konferenzen eingeladen, weil sie mein Buch gelesen hatten. Wenn ich dann vor einem großen Publikum Vorträge halte, ist das immer eine große Ehre für mich. Genauso eine große Ehre war es für mich, als wir einen bedeutenden Preis für das Buch erhalten haben: ISAAC (Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation) hatte uns 1998 den „Shirley-McNaughton-Exemplary-Communication-Award“ verliehen, die weltweit wichtigste Auszeichnung dieses Vereins.Â
Wie sah dein Leben seitdem aus?
Seit dem Erscheinen des Buchs sind 15 Jahre vergangen. In dieser Zeit hat sich einiges bei mir geändert. Als Erstes wechselte ich 1998 von der Förderschule an eine integrative Gesamtschule. Dort bestand ich die mittlere Reife. Nach einigen Verhandlungen konnte ich dann ein Gymnasium besuchen und mein Abi machen. Seit dem Wintersemester 2008 studiere ich an der Universität Köln Erziehungswissenschaften.Â
Während dieser Zeit haben sich auch meine Kommunikationsmöglichkeiten weiterentwickelt. Ich bediene meinen Sprachcomputer mit den Augen. In dem kleinen Kasten unterhalb des Bildschirms ist eine Infrarotkamera eingebaut. Diese verfolgt meine Pupillen und berechnet aus dem Abstand zwischen Bildschirm und Pupillen, wohin ich gerade schaue. Ich muss lediglich eine gewisse Zeit einen Buchstaben auf meiner Tastatur fixieren und das Feld wird ausgelöst. Diese Augensteuerung beschleunigt meine Kommunikation.Â
Welche Erfahrungen hast du gemacht?
Für mich war es ein langer, oft holpriger Weg von einer Förderschule bis hin zur Universität. Häufig trauten mir Leute nicht zu, dass ich mit einer solchen schweren Behinderung in der Lage wäre, einen Abschluss zu erreichen. Von diesen Menschen habe ich mich nie entmutigen lassen. Im Gegenteil, ich dachte dann: So, und jetzt erst recht! Dann habe ich zum Glück auch Menschen getroffen, die an mich und meine Fähigkeiten geglaubt haben.Â
Hast du dein berufliches Ziel erreicht?
Ich bin auf dem besten Wege dorthin. Ich möchte mich beruflich dem Bereich Unterstützte Kommunikation widmen. Schon jetzt arbeite ich hin und wieder am Forschungs- und Beratungszentrum für Unterstützte Kommunikation der Uni mit. Ich möchte meine eigenen Erfahrungen mit dem Fachwissen verknüpfen und so andere nichtsprechende Menschen bei ihrer Suche nach geeigneten Kommunikationsmitteln unterstützen.       Â
Wer sind die wichtigsten Menschen in deinem Leben?
Der wichtigste Mensch in meinem Leben heißt Tim und ist seit drei Jahren mein Freund. Wir haben gemeinsam Abi gemacht. Zurzeit studiert er in Koblenz Mechatronik und wir sehen uns nur am Wochenende. Jedoch habe ich inzwischen hier in Köln auch liebe Menschen kennengelernt, mit denen ich etwas unternehmen kann. Mein größter Wunsch von damals hat sich erfüllt: Ich habe Freunde gefunden. Meine Familie spielt natürlich auch eine wichtige Rolle. Besonders meine Mutter unterstützt mich dabei, ein selbstständigeres Leben zu führen.Â
Wie ist das, wenn man jeden Tag auf Hilfe angewiesen ist?
Ich empfinde das nicht so, dass ich ständig auf Hilfe angewiesen bin. Natürlich benötige ich 24 Stunden am Tag Unterstützung. Seitdem ich in Köln wohne, nutze ich das „Persönliche Budget“. Aufgrund dessen bekomme ich derzeit monatlich eine Pauschale vom Sozialamt. Von dieser kann ich meine Assistenz bezahlen. Ich beschäftige im Augenblick sieben Assistentinnen und Assistenten. Ich bin ihr Chef, sie sind direkt bei mir angestellt. Sie übernehmen die Tätigkeiten, die ich nicht allein ausführen kann. Sie tun nur das, was ich ihnen sage. Deshalb sind sie auch keine Betreuer, sondern Assistenten!Â
Was wünschst du dir von der Gesellschaft?
Das Thema Behinderung wird immer noch tabuisiert. Ich wünsche mir mehr Offenheit im Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen. Um dies zu erreichen, muss mehr Aufklärung stattfinden. Ich setze mich dafür ein, dass Menschen begreifen, dass ich gar nicht anders bin.Â
Was sind deine Träume?
Ich finde, meine Träume sind ganz schön realistisch. Ich möchte mit meinem Freund zusammenziehen, mein Studium erfolgreich abschließen und auf dem ersten Arbeitsmarkt einen Job finden.Â
Wie sieht dein Alltag heute aus?
Insgesamt unterscheidet sich mein Leben zurzeit nicht sehr von dem anderer junger Frauen. Ich studiere, pendle am Wochenende nach Hause zu meiner Familie und meinem Freund, treffe mich mit Freunden auf ein oder zwei Bier, verreise gern und lerne dabei viele nette Menschen kennen. Ich habe konkrete Vorstellungen, was meine Zukunft betrifft, und ich stehe mitten im Leben. Nur auf einen Unterschied bestehe ich: Ich habe mein Leben nicht in der Hand, sondern in den Augen!Â



Reportagen und Hintergründe lesen Sie in der Spezialausgabe der Zeitschrift 
Nun ja Liebe Kathrin,den Brief kopiere dir einfach mal in deiner Homepage da sie ja nun wieder exestiert ,habe mir Mühe gegeben und hoffe ich dräng mich nicht bei dir auf :-) Da ich damals echt fasziniert von dir gewesen bin was ich natürlich heute noch bin!:-) habe ich den Brief dir geschrieben.
Der ist aber ein wenig lang ich will mich nicht bei dir aufdrängen Nein im Gegenteil ich möchte dir nur was sagen was meine Ansichten betrifft und dir meine Weltanschauung näher bringen.In diesen Brief den ich dir zeigen möchte lernst du meine Ansichten kennen.Ich hoffe du liest dir diesen Brief gut durch,Und was ich noch sagen ist ist folgenes wenn du dir den Brief durch liest und du keine Vorurteile hast wirst du auch verstehen das mann sich immer ins positive verwandeln kann egal wie mann damals war oder was mann gewesen ist weil jeder hat das Recht dazu sich ins positive zu verwandeln egal um was es sich handelt,das ist eine kleine Anspielung an an meiner Lieblingsband.
Ich mein nur ich habe ein sehr ereignisreiches Leben aber ein kleines bisschen Hoffnung,denn Hoffnung ist eine gute Sache ,vielleicht sogar die beste,denn gute Dinge können nicht sterben weisst du ?Ich schick dir einfach mal den Brief den ich dir geschrieben habe und du kannst dich wann immer du Lust hast mir auf den Brief antworten.Lass dir Zeit ich habe Geduld ,ansonsten wünsch ich Dir und dein Freund alles alles Gute und viele glückliche Jahre mit dein Freund an deiner Seite und mit deiner Familie:-))
Lg Michael W
Ähm,ja okay was da nochsagen wollte Liebe Kathrin.
Nun ja lieben Dank das du mir geantwortet hast auf meine vorigen Message und ja das hat nichts mit Mut zu tun,wenn mann jemanden was freundliches sagen will,muss mann sich nicht für schämen,jeder darf jeden ein Kompliment machen ,was freundliches mitteilen,egal um wem es sich von wem,und am wem handelt.
Also habe ich bei dir keinerlei Schamgefühl.
Das hat eigentlich nichts mit Mut zu tun,ich sage einfach nur das was ich denke und dafür ,muss mann nicht mutig sein,sondern mann muss nur eine gesunde Lebenseinstellung haben.
Und noch zum Schluss ,Liebe Kathrin ähm ja es ist so,das ist nicht der Brief den ich Dir zeigen wollte in meiner ersten Nachricht von mir :-) da hats du was falsch verstanden:-)) ich wollte nur darauf hinaus das ich ein Brief für dich aufgesetzt habe den ich dir zeigen wollte,und ob das Okay ist das ich Dir den zeige,oder aber diesen an Dir weiter geleitet werden könnte:-)
da ich Dir was sagen wollte,und viel zu sagen habe nachdem ich von deiner Geschichte erfahren habe.
Habe auch kein Problem damit den hier rein zu stellen.Aber naja er ist ein bisschen lang hoffentlich stört dich das nicht da ich erfahren habe das du gedultig bist und gerne zuhörst.
Ich will mich aber echt nicht aufdrängen bitte verstehe mich nicht falsch.
Mit freundlichen Grüßen Michael Will
Zuerst einmal hallo an alle die das lesen werden:-)
Das ist doch das diesjährige Motto von der Jahreskampangne vom Caritas Kein Mensch Ist Perfekt,was von Kathrin Lemler unterstützt wird,
bin ich also hier richtig???
Nun ja also es geht um folgenes,ich wollte wohl der Kathrin Lemler was sagen,das ich sie ganz große klasse finde und sie dermasen bewundere,ich habe ihr vor einiger Zeit einen Brief geschrieben den ich auf mein Pc gespeichert habe, aber mich nicht getraut habe ihr den zu zeigen bzw auf ihrer Homepage zu kopieren,weil ich einfach nur Angst habe,das sie dich den nicht durchliest,weil sie mich nicht kennt und sie fragt wer ich bin??Was ich von ihr will?
Ich will ihr eigentlich nur was sagen was ich auf dem Herzen habe,da die Frau mich echt verzaubert hat,und das habe ich auch in den Brief geschrieben, Ich will mich aber nicht bei ihr aufdrängen oder sonst der gleichen,das ist daher keines Wegs ein Liebensbrief. Nein ich habe ihre Geschichte kennen gelernt und wollte ihr in den Brief nur sagen wie toll ich sie finde und das sich nahe zu jeder an ihr ein Beispiel nehmen kann.
Und als ich neulich meinen ganzen Mut zusammen nahm und ihr den Brief auf ihrer Homepage kopieren wollte da war ihre HP aber schon gelöscht und den Brief habe ich immer noch.
Meine Betreuer wahren auch dafür,das ich ihr den Brief keines wegs vorenthalten sollte,da der Brief mit echt gelungen ist,Nun ja darum wollte ich mal hier mir Hilfe suchen und die Mitarbeiter von Caritas der Jahrescampagne Kein Mensch Ist Perfekt,fragen ob mann den Brief nicht an ihr weiterleiten könnte,Ich würde mich über eine Rückmeldung natürlich echt freuen,ganz gleich ob sie meine Botschaft lesen möchte oder nicht.
Natürlich würd ich mich riesig freuen wenn Kathin Lemler mir eine Chance geben würde damit ich das los werden kann was ich ihr mitteilen möchte:-)
Nun ja vielen Dank schon mal im Voraus und alles gute der Kathrin Lemler und natürlich nur das beste :-))
mit Freundlichen Grüßen Michael W.
Hallo Michael,
ich finde es klasse, dass du den Mut hattest deinen Brief zu veröffentlichen. Mir tut es immer gut, wenn ich weiß, dass ich mit meiner Geschichte anderen Menschen helfen kann. Du brauchst wirklich keine Angst haben, ich habe deinen Brief nicht falsch aufgefasst.
So, nun wünsche ich dir alles, alles Gute,
Kathrin Lemler
Hallo.
Auch ich habe eine cerebrale Bewegungsstörung und bin auch aufgrund der Spastik motorisch eingeschränkt.
CARITAS-Beitrag: Dank meiner Sportlehrerin kann ich laufen.
Ich bewundere Dich wie Du Dein Leben meisterst. RESPEKT!
Gruß Dani