Diese Idee prägt meine Projekte. Das barrierefreie Konzertfestival genauso wie den Lyrikwettbewerb. Wahrscheinlich habe ich dies alles gerade wegen meiner Behinderung geschafft. Denn Kunst muss und will auffallen, und als kleinwüchsiger Mann falle ich von Natur aus auf! Ich habe gelernt aus allem das Beste zu machen und nicht zu fragen warum, sondern wozu.
Die Allgäuer Zeitung hat mal sehr treffend über mich geschrieben: „Unmittelbar vor Konzertbeginn wird der kleinwüchsige Dirigent im Rollstuhl von zwei Helfern durch das Orchester getragen und auf ein Podest gehoben. Ein Moment, der dem Publikum die körperlichen Grenzen des jungen Mannes deutlich vor Augen führt. Doch kaum hebt Lika seinen Taktstock, lösen sich diese Grenzen im perfekten Zusammenspiel mit seinem Orchester in nichts auf.“
Konzerte an barrierefreien Orten
2007 erhielt ich in Wien mein Dirigentendiplom parallel zum Musikwissenschaftstudium in Augsburg und ich beschloss ein Konzertfestival für mein Orchester unter dem Titel „Roll and Walk“ zu gründen. Zwei Ziele schwebten mir vor. Einerseits wollte ich Menschen mit Behinderung den Zugang zur Teilhabe am kulturellen Leben erleichtern – dies geschieht durch Konzerte in barrierefrei zugänglichen Orten bei freiem Eintritt – und andererseits das musikalische Angebot der Stadt Augsburg durch hochwertige Konzerte junger Musiker bereichern.
Immobilität verhindert Konzertbesuch
Nachdem sich das Festival in den letzten Jahren in Augsburg etabliert hatte, habe ich festgestellt, dass der Kreis der Zuhörer mit Behinderung im Gegensatz zum Publikum ohne Einschränkung nicht wuchs, sondern eher stagnierte. Deshalb habe ich beschlossen, mein Festival so zu erweitern, dass die Konzerte direkt vor Ort bei den Behinderten stattfinden, da die Immobilität für viele das größte Hindernis darstellt.
Äußere Hürden hemmen künstlerische Entfaltung
Ich habe in meinem Leben gelernt, wie viele Gaben in mir schlummern und zur Entfaltung kommen und mein Leben lebenswert machen, wenn die äußeren Hürden erst mal weggeräumt sind. So war es mein Ziel, Menschen mit Handicap nicht nur den passiven Zugang des reinen Genießens zu erleichtern, nein ich wollte sie auch aktiv ins Festival einbinden und ihnen ein Podium schaffen, bei dem sie ihre Talente einem großen und interessierten Publikum zeigen konnten.
So war ein Lyrikwettbewerb zum Thema „Liebe – Lust – Leidenschaft“ geboren. Die vier ergreifendsten Werke wurden während der Operngala im Kleinen Goldenen Saal von den Autoren selbst vorgetragen. Ein bewegendes Moment für alle, sowohl für die Ausführenden als auch für das Publikum. Die Reaktionen des Publikums, die mediale Resonanz zeigten uns, dass wir auf dem rechten Weg sind. Kultur für alle – ohne Ausnahme!
Mehr über Benedikt Lika und sein Orchester
Das nächste Konzert findet am 17.7.2011 im Kleinen Goldenen Saal in Augsburg statt. Es steht unter dem Motto: Roll and Walk to Mendelssohn – Lieder mit und ohne Worte



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Viel Glück Lika weiterhin mit deiner Musik. Talente wie dich braucht unsere Welt