Postkartenaktion: Gemeinsam lernen von Anfang an

Im März 2009 hat Deutschland die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterzeichnet. Bis heute ist die Kernidee des Vertrags noch nicht umgesetzt: Kinder mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam aufwachsen. Sie sollen miteinander und voneinander lernen. Damit das endlich Alltag wird, startet die Caritas eine Aktion, die den Kultusministerien viel Post bescheren soll.

Gemeinsam lernen klappt, wenn behinderte und nicht behinderte Kinder in einer Schule unterrichtet werden. Das ist allerdings nur möglich, wenn die zuständigen Kultusministerien der Bundesländer ihre Schulgesetze entsprechend ändern. Deshalb geht die Postkarte mit den Forderungen des Deutschen Caritasverbandes und des Bundesverbandes Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie an den Präsidenten der Kultusministerkonferenz.

Machen Sie mit und schicken Sie eine Postkarte an die Kultusministerkonferenz – damit Kinder mit und ohne Behinderungen mit- und voneinander lernen können! Die Postkarten erhalten Sie kostenlos bei Zorica Bozic: E-Mail: zorica.bozic@caritas.de, Tel. 0761/200662.

Dieser Text steht auf der Rückseite der Postkarte:

Sehr geehrter Herr Dr. Althusmann,
in Deutschland ist es, im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern, nicht üblich dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam aufwachsen und lernen. Die Caritas setzt sich dafür ein, dass die Eltern von behinderten Kindern ein Wahlrecht zwischen Regel- und Förderschule haben und dass auch in Förderschulen Kinder ohne Behinderung beschult werden können. Sie fordert: In den Gesetzen der Länder ist ein Rechtsanspruch auf inklusive vorschulische und schulische Betreuung und Bildung festzuschreiben. Alle Kinder, auch Kinder mit einem behinderungsbedingten Förderbedarf, sollen die Einrichtungen ihres Wohnumfeldes nutzen können. Voraussetzung dafür sind ein barrierefreier Zugang, persönliche Assistenz, qualifiziertes Personal und individuelle Lernkonzepte.

Ich unterstütze diese Forderung!

Wer selbst eine Karte gestalten will, hier die Adresse, wo diese landen sollte:

Dr. Bernd Althusmann
Präsident der Kultusministerkonferenz
Taubenstraße 10
10117 Berlin

 

Der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP) ist ein Fachverband im Deutschen Caritasverband. Fast 1.000 Mitgliedseinrichtungen begleiten und betreuen mit rund 41.500 Mitarbeitenden etwa 150.000 Menschen mit Behinderung oder mit psychischer Erkrankung und unterstützen ihre selbstbestimmte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. www.cbp.caritas.de

3 Antworten auf Postkartenaktion: Gemeinsam lernen von Anfang an

  1. Lieber Herr Havighorst,

    verzweifeln Sie bitte nicht. Setzen Sie sich mit sovielen Eltern wie möglich, notfalls mit anwaltlicher Unterstützung, ein, dass die UN-BRK, welches ein Menschenrecht (!) mitbringt, Einzug in die Schulgesetze Niedersachsen erhält. Der Kampf ist nicht hoffnungslos.

    Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen Regensburg e.V.
    Sascha Schneider
    http://www.inklusion-regensburg.de

  2. Bernhard Havighorst sagt:

    Diese Postkartenaktion ist gut, wir unterstützen das… eine Wirkung ist aber nicht zu erwarten. Wir haben einen Sohn mit Down Syndrom der drei Jahre lang an einem integrativen Kindergarten war und nun eine normale vierte Klasse einer katholischen Grundschule besucht. Die bisherige Integration verläuft höchst erfolgreich. Doch jetzt soll Schluss sein! Wir haben eine Schule (IGS) gefunden, die inklusiv beschulen will. Wir haben eine Stadt, die das Vorhaben trägt und unterstützt. Aber wir haben eine Schulbehörde, die sich einer Anpassung der Klassengröße widersetzt. Es kann nun mal keine sinnige Inklusion stattfinden, wenn in einem extrem kleinen Klassenzimmer 28 oder 30 Kinder mit zusätzlichem Förderlehrer und zusätzlichen Assistenzen Platz finden sollen. Hier wird der §4 des Niedersächsischen Schulgesetzes durch Niedersachsen selbst torpediert und aktiv eine integrative Beschulung verhindert. Über die UN Konvention darf ich in diesem Fall gar nicht nachdenken. Die wird mit Füssen getreten… Wir haben nun Herrn Dr. Althusmann einen Brief geschrieben (Antwort fehlt noch, der Brief ist aber auch erst jetzt verschickt worden). Was daraus wird? Abwarten…
    P.S.: weiß jemand, welches Gericht für die UN Konvention zuständig ist?

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